Conceptualizing Power in the Context of Climate Change:

A Multi-Theoretical Perspective on Structure, Agency & Power Relations

VÖÖ Discussion Papers, ISSN 2366-7753, No. 5, January 2017.

Author/Autor: Lorenz Stör
Institute for Multi-Level Governance & Development, Socioeconomics Department, Vienna University of Economics and Business (WU)

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Abstract: The predominantly positivist approach in economics towards the object of study is not able to grasp power and domination in its complex interaction of agency and structure. Also in ecological economics and its critique to economic growth, there is a lack of conceptualizations that are sensible to questions of power. The work reveals such deficits and offers a comprehensive theory overview. This overview is then contextualized along the political-economic facets of climate change.

The introductory chapter discusses fundamental aspects of power in the context of structure and agency. The common positivist approach in economics is complemented by a post-positivist approach in the following chapter. Critical realism serves as a philosophy of science to acknowledge and integrate structure and agency as forms of power. The third chapter provides an historical overview of selected theories of power. It depicts how the strategic and the episodic understanding of power by Machiavelli and Hobbes respectively, informed later power theories. Theorists such as Dahl, Bachrach & Baratz, Lukes, Gramsci, Laclau & Mouffe, Giddens, Foucault and Clegg are discussed. The aim is to highlight the relevance for a multiplicity of power concepts in economic research. The following chapter puts in context their respective positions on human agency and social structures as the source of power. The fifth chapter initiates an outlook for potential power research on future global challenges. The powers that play a role in the quest for solutions on the issue of climate change are systematically separated in the multiple levels of agency, mechanisms and structure. This serves as an exemplary case to depict the complexity but relevance of power on objects of research in ecological economics.

Keywords: Power, Structure, Agency, Climate Change, Hegemony, Structuration theory, Machiavelli, Hobbes, Dahl, Lukes, Gramsci, Giddens, Foucault, Hay, Jessop

Zusammenfassung: Die vorwiegend positivistische Herangehensweise der Ökonomik an das jeweilige Forschungsobjekt ist nicht in der Lage, Macht und Herrschaft in ihrem komplexen Zusammenspiel von akteursbezogenem Handeln und strukturellen Faktoren zu begreifen. Auch in der ökologischen Ökonomie und ihrer wachstumskritischen Auseinandersetzung mangelt oft an machtsensiblen Konzeptualisierungen. Die vorliegende Arbeit zeigt diese Defizite auf und bietet einen umfassenden Theorieüberblick, um diesen anschließend anhand der polit-ökonomischen Facetten des Klimawandels zu kontextualisieren.

Das einführende Kapitel diskutiert grundlegende Aspekte von Macht anhand der klassischen Gegenüberstellung von Struktur und Handlung. Die gängige positivistische Herangehensweise wird im anschließenden Kapitel um einen post-positivistischen Ansatz erweitert. Der kritische Realismus dient dabei als ein wissenschaftstheoretischer Ansatz, um sowohl Struktur als auch Handlung als Formen der Macht anzuerkennen und zu integrieren. Das dritte Kapitel der Arbeit widmet sich in einem historischen Überblick einer Auswahl von relevanten Machttheorien. So werden Neben Hobbes und Machiavelli als die neuzeitlichen Wegbereiter der Diskussion auch Arbeiten des 20. Jahrhunderts von Dahl, Bachrach & Baratz, Lukes, Gramsci, Laclau & Mouffe, Giddens, Foucault und Clegg beleuchtet. Die vielfältigen Ausprägungsformen von Macht und Herrschaft sind nur multi-theoretisch erfassbar und können nur als solche in weiterführenden empirischen Analysen einem umfassenden und nicht-reduktionistischen Anspruch gerecht werden. Die beleuchteten Theorien werden im vierten Kapitel anhand der Frage von Struktur und Handlung kontextualisiert und somit in Beziehung zu einander gebracht. Das fünfte Kapitel bietet einen Ausblick auf künftige machttheoretische Forschung im Kontext der zukünftigen globalen Herausforderungen. Als empirisches Beispiel dient dabei das Thema des Klimawandels. Die Machtmechanismen, welche beim Ringen um (globale) Lösungsstrategien zum Klimawandel eine Rolle spielen, werden unter Verwendung des zuvor erarbeiteten Kontexts systematisch in den drei Ebenen der Handlung, der Mechanismen und der Strukturen dargelegt. Dabei offenbart sich exemplarisch die Vielschichtigkeit und Relevanz von Macht im Bezug auf Themen der ökologischen Ökonomie.

Schlagworte: Macht, Struktur, Handlung, Klimawandel, Hegemonie, Strukturationstheorie, Machiavelli, Hobbes, Dahl, Lukes, Gramsci, Giddens, Foucault, Hay, Jessop