Projekt „Nachhaltigkeit im Kapitalismus“

Das sozioökonomische Forschungsprojekt „Nachhaltigkeit im Kapitalismus? – Zur Vereinbarkeit normativer, gesellschaftlicher Leitbilder mit den Bedingungen und Implikationen des ökonomischen Systems der Gegenwart“ hat das Ziel, einen Erklärungsbeitrag für den tatsächlich realisierten und potentiellen Ausbreitungsgrad ökologisch nachhaltiger Innovationsformen zu leisten.

Die Grundannahme ist, dass sich die gesellschaftliche Anwendung und wirtschaftliche Verbreitung von Innovationen nicht einfach auf die Wirkungskraft wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Faktoren (Rentabilität, Marktpotentiale, Konsumnachfrage, politische Programme u.a.) zurückführen lassen. Die konkrete Wirtschaftspraxis entsteht vielmehr aus einem komplexen wechselseitigen Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure, die diese Faktoren und Dynamiken insgesamt in spezifische Wirtschaftshandlungen übersetzen, verarbeiten und dabei transformieren. Wirtschaftspraxis ist damit immer auch soziale Praxis zwischen menschlichen Akteuren und Organisationsvertretern und kann in ihrer Entstehung und Eigenlogik nur durch konsequente Einbeziehung dieser sozioökonomischen Perspektive verstanden werden.

Auf Grundlage der empirischen Forschungsarbeit sollen daher jene Akteurskonstellationen und Handlungsfigurationen rekonstruiert werden, die das Geschehen in den jeweiligen Bereichen prägen. Da sich die hierbei entscheidenden Zusammenhänge in Ihrer tatsächlichen Wirkung und Verflechtung annahmegemäß erst in der Praxis selbst manifestieren, geht die Analyse den Weg über die Wahrnehmungen dort handelnder Akteure und versucht die Untersuchungsfelder mitderen Augen zu sehen. Hierfür werden qualitative Interviews mit Vertretern aller relevanten Akteursgruppen geführt und im Rahmen der wissenschaftlichen Rekonstruktion zu einem realitätsfundierten Gesamtbild zusammengefügt.

Gesucht wird daher nach Personen, die in den Wirtschaftsbereichen „Windkraft“, „Vegetarischer Fleischersatz“ oder „Nachhaltige Finanzprodukte“ beruflich aktiv sind. Gemeint sind dabei nicht nur Mitarbeiter von Unternehmen, sondern Vertreter aller Akteure, die gezielt auf diese Segmente einwirken beziehungsweise mit diesen verbunden sind.

Das Spannungsfeld „Ökologie und Ökonomie“ wird  seit vielen Jahren in unterschiedlichen  wissenschaftlichen Kontexten und Perspektivenbearbeitet. Um dies nutzbar zu machen und eine möglichst große wissenschaftliche Reichweite zu erreichen, versucht das Projekt durch Vernetzung und wissenschaftliche Kooperationen eine breite interdisziplinäre Gesamtperspektive zu entwickeln und zu etablieren. Gesucht wird daher ebenfalls nach WissenschaftlerInnen, die sich in Ihrer Arbeit mit dem Gesamtthema, den Einzelbereichen des Projekts oder auch angrenzenden Themenbereichen beschäftigen oder dies vorhaben.

Nur durch eine konsequente und kooperative Zusammenarbeit aller Disziplinen kann die Wissenschaft dazu beitragen, die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu lösen!

 

Hintergrund

Das Projekt „Nachhaltigkeit im Kapitalismus?“ ist am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationssoziologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelt. Es wird von M.A. Erik Wolf im Rahmen dessen sozioökonomischen Forschungsprogramms bearbeitet und vom Land Sachsen-Anhalt finanziell gefördert. Die Forschungsarbeit bezieht sich grundsätzlich auf den gesamten bundesdeutschen Bereich.

 

Kontaktdaten

Erik Wolf

E-Mail: kontakt@ew-soziooekonomie.de

Tel.: 06151 6793050

www.ew-soziooekonomie.de