Wir erleben das Aufkeimen einer konstruktiven Wachstumsdiskussion. Von der Einberufung einer Enquete-Kommission im Bundestag bis zu den 2.000 BesucherInnen der Tagung „Jenseits des Wachstums“ in Berlin: Wachstumskritische Themen erleben eine Renaissance. Die VÖÖ ist seit 15 Jahren wichtiger Teil und Schrittmacher dieser Diskussion. Im vergangenen Jahr hat sie die Konsequenz gezogen und sich als die erste wissenschaftliche Vereinigung im Nachhaltigkeitsdiskurs dezidiert wachstumskritisch positioniert. In ihren Zielen plädiert sie gegen ein Wirtschaftswachstum, das auf den Substanzverzehr an den Lebens- und Produktionsgrundlagen der Menschheit gegründet ist. Die Tagung ist Christiane Busch-Lüty gewidmet, die vor 15 Jahren die Gründung der VÖÖ mit initiiert hat.

Wirtschaft ohne Wachstum

Die VÖÖ widmet ihre Tagungsreihe „Perspektiven einer Wirtschaft ohne Wachstum“ jedes Jahr einem Baustein der Postwachstumsökonomie. Wegen der hohen Relevanz von Suffizienzkonzepten für eine Wirtschaft ohne Wachstum steht die erste Tagung dieser Reihe unter diesem Thema.

Suffizienz: Verzicht oder Glück?

Die Effizienzrevolution ist gescheitert. Fast alle menschlichen Wirtschaftskopien des Naturmodells sind fehlerhaft. Nachhaltigkeit – ein Konzept, das in den letzten Jahren eine atemberaubende Karriere hingelegt hat – wurde zu einer Worthülse degradiert. Wachstum und Nachfragesteigerungen haben vorläufige Nachhaltigkeitserfolge wieder zunichte gemacht. Mit Suffizienz wird ein vielversprechender Ausweg aus der Wachstumsfalle angezeigt: Weniger ist mehr. Die Forderung „Maß halten!“ bringt jedoch nicht nur Bewegung in die Nutzungsebene. Auch politische und unternehmerische Suffizienzkonzepte sind gefragt. Dabei besteht die Logik der Suffizienz stets darin, von mehreren Zielen, die allesamt wichtig sind, keines zu maximieren, sondern für jedes das rechte Maß zu suchen, um sie in Balance zu bringen.

Informationen zum Programm und Dokumentation

Tagungsflyer.