Die Arbeitsgruppe Wachstumszwang hat zwei neue Paper veröffentlicht:

Das Paper »Growth imperatives: Substantiating a contested concept« (in: Structural Change and Economic Dynamics, 2019; Discussion Paper) strukturiert die Debatte um Wachstumszwänge und -treiber anhand der Akteure sowie der Stärke des „Zwangs“ von freiem Willen hin zu sozialen Zwängen. Dazu liefern sie eine ausführlich begründete Definition des Begriffes „Wachstumszwang“, der bislang nur auf der Makroebene oder ansonsten eher umgangssprachlich definiert ist. Im Anschluss untersuchen  sie verschiedene in der Literatur aufgestellte Hypothesen, warum Haushalte, Firmen und Staaten einem Wachstumszwang unterliegen und gehen dafür durch die „klassischen“ und neuen Theorien, warum die Ökonomie einem Wachstumszwang unterliege: Wettbewerb und Gewinnorientierung, Technischer Fortschritt, staatliche Wachstumspolitik und sozio-kulturelle Mechanismen. Unser Ergebnis ist eindeutig: Nur der sogenannte Technische Fortschritt, der recht einseitig menschliche Arbeit durch maschinellen Ressourcenverbrauch ersetzt, hat das Potential, eine auf Marktwirtschaft basierende Gesellschaft „in den Wahnsinn zu treiben“. Ein Ausweg aus dem Dilemma könnten institutionelle Verbrauchsbegrenzungen (Cap & Trade) und die Begrenzung von Akkumulation sein.

Im Artikel »An offer you can’t refuse – Enhancing personal productivity through ‘efficiency consumption’« (Technology in Society 59, 101181. Diskussionspapiere deutsch 2017 und englisch 2019) diskutiert Andreas Siemoneit die These, dass Unternehmen und Konsumenten beide zahlreiche Güter kaufen, die sie effizienter machen. Dies erzeugt positive Rückkopplungen, die man als Wachstumszwang interpretieren kann. Für Unternehmen wird Effizienzsteigerung seit langem als Investitionsmotiv akzeptiert, aber weder Mikroökonomik noch Konsumsoziologie diskutieren sie auch nur als Konsummotiv.

Diese Artikel sind die Grundlage der politischen Vorschläge, die im Buch »Marktwirtschaft reparieren« ausgeführt werden.

 

 

 

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