Niko Paech und Hartmut Rosa über Postwachstum, Resonanz und eine notwendige sozio-ökologische Transformation.

Ein Interviewfilm mit dem Postwachstumsökonomen Prof. Dr. Niko Paech und dem Soziologen Prof. Dr. Hartmut Rosa zu der Frage, was ein gutes und ökologisch vertretbares Leben ist und warum es so schwer gelingt. Zum ersten Mal führen diese beiden Wissenschaftler ein öffentliches Gespräch und Werkstatt Zukunft ist mit zwei jungen Interviewerinnen dabei. Die Frage lautet: Wie verändern wir unseren Lebensstil, der wie selbstverständlich die Umwelt und damit unsere Lebensgrundlage plündert?

Vor dem Hintergrund sich zuspitzender ökologischer Verwerfungen auf der einen und anschwellender individueller Erschöpfungserscheinungen auf der anderen Seite, wird das Wachstumsparadigma unserer Zeit zunehmend in Frage gestellt. Können wir noch weiter wachsen und vor allem möchten wir es? Eine Gesellschaft und Ökonomie der Wachstumszwänge bedarf einer Transformation! Hierin sind sich Rosa und Paech weitestgehend einig.

Beide Wachstumskritiker sehen in ihrem jeweiligen Entwurf einer Postwachstumsgesellschaft (Rosa) bzw. Postwachstumsökonomie (Paech) die Alternative zum ausufernden Wachstumsdogma. Doch über den Weg in eine solche Postwachstumsszenerie herrscht wohlwollender Dissens. Auf der einen Seite formuliert Paech die Zielsetzung einer „Kultur des Weniger“, der Selbstbefreiung von materiellem Überfluss. Auf der anderen Seite postuliert Rosa den Begriff der Resonanz als Maßstab eines gelingenden Lebens und der nachhaltigen Gesellschaft. Beide Ansätze eröffnen neue Blickwinkel und liefern unterschiedliche Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit.

Unter den fordernden und manchmal frechen Fragen der jungen Werkstatt-Moderatorinnen Elisa Reineke und Katharina Holube debattieren zwei außergewöhnliche Wissenschaftler, wie es mit unserer Gesellschaft und Ökonomie weiter gehen kann. Katharina Holube (17) macht gerade ihr Abitur in Oldenburg, Elisa Reineke (ebenfalls 17) studiert Ökosystemmanagement an der Universität in Göttingen.

Prof. Dr. Niko Paech

ist Ökonom, er lehrt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Mit seinem Engagement in zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen sowie Vereinigungen verbindet er Wissenschaft und Praxis. Als er 2014 mit dem Zeit Wissen-Preis „Mut zur Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet wurde, schrieb die Jury in ihrer Pressemitteilung: Als „Prophet des Weniger“ macht sich Paech Gedanken um die Zeit nach dem grenzenlosen Wachstum und dem dafür notwendigen Strukturwandel. Er blickt damit über das bestehende ökonomische System hinaus und vertritt die Meinung, dass die Welt nur noch zu retten sei, wenn niemand mehr über seine Verhältnisse lebt.

Prof. Dr. Hartmut Rosa

ist Soziologe und Politikwissenschaftler, er lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und steht dem Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt als Direktor vor. Thomas Assheuer schreibt in ‚Die Zeit’: „Nicht Geld, nicht Macht, sondern Beschleunigung regiert die Welt. Der Soziologe Hartmut Rosa hat mit seiner Untersuchung der Zeit eine monumentale Theorie der Moderne vorgelegt. […] Rosa bemüht unzählige Studien, die belegen, wie sehr sich Zeitwahrnehmung und Temporalstrukturen beschleunigen, wie Unruhe und Zeitnot wachsen, Vergangenheit verdämmert, Gegenwart schrumpft und Zukunft schwindet.“

Alle weiteren Infos zum Film, der von der Werkstatt Zukunft Oldenburg in Zusammenarbeit mit der VÖÖ produziert wurde, unter www.werkstatt-zukunft.org.

 

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